Kultur

AF-Feinjustierung, oder wie man eine Kamera repariert, die beim Fokus lügt

Kurz gesagt: Der grüne Fokuspunkt kann scharf anzeigen, während das Foto weich ist, weil AF-Sensor und Bildsensor das Licht auf unterschiedlichen Wegen sehen. Die AF-Feinjustierung korrigiert einen Versatz, der jedes Mal gleich ausfällt. Weise das zuerst mit einem 45-Grad-Lineal-Test bei offener Blende nach. Frontfokus bedeutet in Richtung Plus gehen, Backfokus in Richtung Minus, und zwar ein paar Schritte auf einmal. Bei manuellen Objektiven bei offener Blende umgeht man das Problem mit vergrößerter Live-Ansicht oder Abblenden komplett.

Von emin.de AI Desk

9 Min. Lesezeit

Maschinelle Übersetzung aus English. Das Original ist die Referenz: Das Original lesen.

Auch verfügbar auf English.

Du richtest die Kamera aus, der Fokuspunkt leuchtet grün und die Kamera sagt dir, dass es scharf ist. Du drückst den Auslöser, fühlst dich gut dabei und machst weiter. Dann kommst du nach Hause, zoomst rein, und die Augen sind weich.

Die wirkliche Schärfeebene lag auf einer Wimper, einem Ohr, dem Kragen, irgendwo knapp vor oder knapp hinter dem Punkt, auf den du gezielt hast. Die Kamera hat ja gesagt und die Kamera lag falsch.

Genau für diese Lücke zwischen „die Kamera sagt scharf" und „das Foto ist wirklich scharf" gibt es die AF-Feinjustierung. Sie ist eines der missverstandensten Dinge in den DSLR-Menüs, teils weil sie wie ein pingeliges Werkzeug klingt, das nur Profis brauchen, und teils weil die Kamera dir nie sagt, dass sie es vielleicht nötig hat.

Also, hier ist, was sie macht, warum das Problem entsteht und wie du sie einstellst, ohne einen ganzen Nachmittag zu verlieren.

Warum die Kamera falsch liegt

Die meisten DSLRs fokussieren mit einem separaten Phasendetektions-AF-Sensor am Boden des Spiegelkastens. Das Licht fällt auf den Hauptspiegel, durch einen zweiten kleinen Spiegel und hinunter auf diesen Sensor, und er misst die Schärfe, indem er zwei Ansichten der Szene vergleicht.

Das ist schnell und funktioniert gut, aber es ist ein anderer Lichtweg als der, der dein Bild wirklich auf dem Sensor belichtet.

Und weil es ein anderer Weg ist, muss er so kalibriert sein, dass scharf für den AF-Sensor auch scharf für den Bildsensor ist. Die Hersteller machen das im Werk, aber es ist nie perfekt und es kann sich verschieben. Drei Dinge bringen es oft durcheinander.

Erstens die kleinen Toleranzen deines genauen Bodys und deines genauen Objektivs. Meistens heben sie sich auf, aber manchmal summieren sie sich in die gleiche Richtung und dieses Paar verfehlt einfach jedes Mal.

Zweitens manuelle Objektive an einem Body, der für Autofokus-Objektive gebaut wurde, und das ist der große Punkt bei adaptierten und alten Objektiven. Die Fokusbestätigung leuchtet auch dann auf, wenn du von Hand fokussierst, aber sie wird vom selben AF-Sensor gesteuert, der für die eigenen Objektive des Herstellers kalibriert ist. Bei einem manuellen Objektiv kann sie also jedes Mal ein bisschen zu früh oder ein bisschen zu spät bestätigen.

Drittens das Fotografieren mit offener Blende. Bei f/8 ist das alles egal, da ist die Schärfentiefe groß genug, um einen kleinen Fehler zu verstecken. Bei f/1.4 oder f/1.8 ist die scharfe Zone nur Millimeter tief, und derselbe kleine Versatz, den du abgeblendet nie gesehen hast, ist jetzt ein offensichtlicher Fehlschuss.

Beweise den Fehler zuerst

Das Zeichen, dass die Feinjustierung helfen kann, ist, dass die Fehlschüsse jedes Mal gleich sind. Wenn sie immer vor dem Ziel landen, ist das Frontfokus. Wenn sie immer dahinter landen, ist das Backfokus. Ein konstanter, wiederholbarer Versatz ist genau das, was diese Einstellung behebt.

Zufällige Fehlschüsse, die in einem Bild davor und im nächsten dahinter landen, sind ein anderes Problem, meist Fokustechnik, ein Motiv, das sich bewegt hat, oder eine Bestätigungsleuchte, die einfach am Rand dessen arbeitet, was sie kann. Da rettet dich die Feinjustierung nicht.

Also justiere nicht auf Verdacht. Nimm dir zehn Minuten, um zu beweisen, dass der Fehler real ist, jedes Mal gleich und in eine bekannte Richtung geht. Der klassische Test geht so.

  1. Lege ein Lineal, ein Maßband oder eine Reihe von Dingen auf einen Tisch, in etwa 45 Grad von dir weglaufend.
  2. Stell die Kamera auf ein Stativ, wenn du eines hast, damit du selbst aus der Gleichung raus bist. Aus der Hand geht auch, aber sei vorsichtig.
  3. Öffne die Blende des Objektivs ganz, da zeigt sich der Fehler am stärksten.
  4. Such dir eine Markierung, sagen wir die 20-cm-Linie, und fokussiere darauf. Mit Autofokus legst du den Punkt dorthin und lässt ihn einrasten. Mit einem manuellen Objektiv fokussierst du nach Augenmaß oder bis zur Bestätigungsleuchte auf genau diese Stelle.
  5. Mach ein paar Aufnahmen und fokussiere jedes Mal komplett neu.
  6. Zoom in die Ergebnisse rein und schau, wo die wirklich scharfe Linie liegt. Auf deinem Ziel, davor oder dahinter?

Wenn die scharfe Linie in jedem Bild vor deinem Ziel liegt, hast du Frontfokus und korrigierst nach hinten. Wenn sie immer dahinter liegt, ist das Backfokus und du korrigierst nach vorne. Wenn sie überall ist, hör hier auf, denn die Feinjustierung ist das falsche Werkzeug.

Wo die Einstellung steckt

Die Funktion steckt im Menü der benutzerdefinierten Einstellungen. Die Namen und Orte sind bei jeder Marke anders, aber die Logik ist überall dieselbe. Pentax nennt es AF-Feinjustierung und es steckt in den Custom-Menüs (C).

Canon nennt es AF-Mikrojustierung, in den Autofokus-Custom-Menüs. Nikon nennt es AF-Feinabstimmung, im Setup-Menü.

Du bekommst meist zwei Modi. „Auf alle anwenden" ist eine globale Korrektur für jedes Objektiv, das du ansetzt. „Einzeln anwenden", der Modus pro Objektiv, speichert einen Wert für jedes Objektiv und lädt ihn wieder, wenn die Kamera dieses Objektiv erkennt.

Pro Objektiv ist besser, wenn es funktioniert, weil jedes Objektiv seinen eigenen Versatz haben kann und die können unterschiedlich sein.

Aber dafür muss das Objektiv dem Body elektronisch sagen, was es ist. Voll manuelle und adaptierte Objektive können das meist nicht, also fällst du bei ihnen auf die globale Einstellung zurück. Und das heißt, sie verschiebt die Kalibrierung für alles, auch für deine Autofokus-Objektive.

Wenn du ständig zwischen adaptierten Objektiven und nativen AF-Objektiven wechselst, denk daran, denn ein globaler Wert, der auf das manuelle Objektiv abgestimmt ist, kann deine AF-Objektive daneben schieben.

In welche Richtung drehen

Die Justierung selbst ist eine Skala, meist −10 bis +10 mit null in der Mitte. Die Richtung ist der Teil, an dem alle zweifeln, also merk es dir so.

Wenn deine Aufnahmen Frontfokus haben, die Schärfeebene also zu nah bei dir liegt, geh Richtung Plus, um den Fokus nach hinten zu schieben. Wenn sie Backfokus haben, die Schärfeebene also zu weit weg liegt, geh Richtung Minus, um den Fokus nach vorne zu ziehen.

Ändere ein paar Schritte, nicht den ganzen Bereich, mach den 45-Grad-Test nochmal, schau wieder nach und wiederhole. Du suchst den Wert, bei dem die Schärfeebene genau auf der Linie sitzt, die die Kamera bestätigt hat.

Es dauert wirklich ein paar Runden, eher drei oder vier als ein glücklicher Treffer, und wenn du nah dran bist, gehst du Schritt für Schritt.

Mit einer Pentax K-50

Hier kommt die konkrete Version für die K-50 und die beiden Objektive, um die es geht: das Cosinon-S 50mm f/1.8 (K-Bajonett, passt nativ) und das Super-Takumar 50mm f/1.4 (M42, mit Adapter). Beide sind komplett manuell, die Kamera fokussiert also selbst gar nichts.

Du drehst den Ring von Hand, und der grüne Fokus-Bestätigungspunkt der K-50 leuchtet auf, wenn ihr AF-Sensor meint, dass du es getroffen hast. Genau dieser Punkt ist es, der gelogen hat. Er bestätigt Fokus, der bei Offenblende ein bisschen vor oder hinter dem echten Motiv landet.

An der K-50 drückst du MENU und gehst in die Custom-Setting-Menüs. Dort findest du C3, Punkt 21, AF-Feinjustierung, und stellst sie auf Ein, Apply All.

Apply All ist hier die richtige Wahl und nicht pro Objektiv, weil das Cosinon und das Takumar manuell sind und der Kamera nicht sagen, was sie sind. Sie kann also für jedes keinen eigenen Wert speichern.

Die globale Korrektur ist die, die sie betrifft. Dann bewegst du den Wert auf der Skala von −10 bis +10 ein paar Schritte Richtung hinten, also in die Plus-Richtung (+).

Warum hinten und Plus in diesem Fall? Der Fokus lag bisher ein bisschen vor dem Punkt, den die Anzeige bestätigt hat, das ist also Frontfokus. Wenn du den Wert Richtung Plus schiebst, wandert der Bestätigungspunkt nach hinten, und die scharfe Ebene wandert zurück auf dein Motiv. Fang mit so +3 oder +4 an, dann testen und nachjustieren.

Mach den 45-Grad-Lineal-Test nochmal bei Offenblende, f/1.8 am Cosinon und f/1.4 am Takumar, und schau, wo die scharfe Linie wirklich liegt. Geh immer ein oder zwei Schritte weiter, bis der bestätigte Punkt und die echte Schärfeebene übereinstimmen.

Zwei Dinge solltest du bei der K-50 im Kopf behalten.

Es ist eine globale Einstellung, sie verschiebt also jedes Objektiv, auch jedes Autofokus-Objektiv, das du später aufsetzt. Wenn du sie für die manuellen Fünfziger einstellst und dann ein AF-Objektiv montierst, ist der Versatz immer noch da. Stell sie also zurück auf 0, wenn du wieder zu AF-Objektiven wechselst und merkst, dass es driftet.

Und die Justierung behebt nur Frontfokus, der jedes Mal gleich ist. Beim Takumar kommt der Adapter als extra Variable dazu, seine Dicke kann auch verändern, wo der Fokus landet, und dich im Extremfall sogar komplett den Unendlich-Fokus kosten. Wenn das Takumar nach dem Kalibrieren immer noch danebenliegt, ist der Adapter schuld und nicht die Kamera.

Wenn du bei Offenblende mit einem der beiden Objektive ganz sicher gehen willst, ist der Fallback immer derselbe. Wechsel zu Live View, vergrößere auf 100 % und fokussiere per Auge aufs Motiv.

Das liest den Fokus direkt vom Bildsensor und ignoriert den AF-Punkt, es gibt also nichts zu kalibrieren.

Wann die Feinjustierung das falsche Werkzeug ist

Die Feinjustierung behebt einen Versatz, der jedes Mal gleich ist, und sie hat echte Grenzen. Zwei Fälle brauchen etwas anderes.

Der erste sind zufällige Fehlgriffe. Wenn deine Testbilder streuen, mal davor, mal dahinter, mal genau drauf, gibt es keine einzelne Zahl, die das behebt. Oft ist das Technik, etwa Fokussieren und Schwenken, das die Ebene verschiebt, oder ein Motiv, das sich bewegt hat, oder eine Bestätigungsanzeige, die mit deinem Objektiv einfach nicht präzise ist. Die Lösung ist besseres Fokussieren und nicht mehr Zeit im Menü.

Der zweite sind manuelle Objektive, die bei Offenblende exakt sitzen sollen. Der zuverlässigste Weg umgeht den Phasendetektions-Sensor komplett. Nutze Live View, vergrößere das Bild auf 100 % und fokussiere per Auge auf dem echten Feed vom Bildsensor.

Du schaust auf das echte Sensorbild, es gibt also keine Kalibrierungslücke, und was scharf aussieht, ist wirklich scharf.

Es ist langsamer und braucht eine ruhige Kamera, aber für adaptiertes altes Glas bei f/1.4 bekommen die meisten so jedes Mal dasselbe gute Ergebnis. Die Feinjustierung macht den Workflow mit Sucher und Bestätigungsanzeige besser, und Live View mit Vergrößerung umgeht das ganze Problem, wenn du sicher sein musst.

Und es gibt eine dritte, simple Option: abblenden. Bei f/2.8 bis f/4 wird die Schärfentiefe tief genug, um einen kleinen Fokusfehler zu schlucken.

Wenn das Bild es hergibt, ist eine oder zwei Stufen abblenden der schnellste Fix überhaupt, keine Menüs und kein Testen.

Kurz gesagt

Der grüne Punkt ist also eine kalibrierte Vermutung und kein Versprechen, und bei manchen Kamera-Objektiv-Paaren, besonders bei manuellen Objektiven an Gehäusen, die für Autofokus abgestimmt sind, liegt diese Vermutung jedes Mal ein paar Haaresbreiten daneben. Die AF-Feinjustierung lässt dich die Vermutung dorthin zurückschieben, wo die Realität ist.

Kurz gesagt: Du beweist mit einem 45-Grad-Lineal-Test bei Offenblende, dass der Fehler jedes Mal gleich ist, und notierst seine Richtung. Du öffnest die Funktion und wählst pro Objektiv, wenn das Objektiv sich elektronisch meldet, sonst global.

Du bewegst dich Richtung Plus bei Frontfokus und Richtung Minus bei Backfokus, immer ein paar Schritte auf einmal.

Und du testest wieder und wiederholst, bis die scharfe Ebene dort landet, wo die Kamera bestätigt hat. Für manuelles Glas, das bei Offenblende perfekt sein soll, kannst du das alles überspringen und im vergrößerten Live View fokussieren, oder einfach abblenden und die Schärfentiefe für dich arbeiten lassen.

Mach das einmal für jedes Objektiv, das dir Probleme macht, und eine Kamera, die beim Fokus still lügt, wird wieder eine, der du durch den Sucher vertrauen kannst.

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